Kirchenfenster

Die Fenster wurden von Gerhard Olbrich entworfen und von der Firma Franz Lehmann in Berlin Weißensee hergestellt. Im Zuge einer Sanierung in den 1950er Jahren wurden sie 1959 eingesetzt. Sie sind ein Geschenk der damaligen Partnergemeinde Lörrach.

 

Sie thematisieren den Dienst der Kirche


Zeugnis (Martyria): Die linken Fenster, Grundfarbe Blau (I+II insgesamt 4 Fenster)

Die Farbe Blau symbolisiert Glauben und Offenbarung.

 

Gebet (Leiturgia): Die mittleren Fenster, Grundfarbe Rot (III 3 Fenster)

Die Farbe Rot symbolisiert im Christentum den heiligen Geist und Gefahr und im übertragenen Sinn Sünde.

 

Dienst (Diakonia): Die rechten Fenster, Grundfarbe Grün (IV+V insgesamt 4 Fenster)

Die Farbe Grün symbolisiert Leben, Wachstum und Hoffnung.


Jedes Fenster ist in drei Segmente unterteilbar:

Die unteren Fenster stellen Ereignisse und Personen aus dem Alten Testament dar, im mittleren Teil geht es um Szenen aus dem Neuen Testament und im oberen geht es um Menschen, die ihren Glauben über die Jahrtausende irdisch gelebt haben, jedoch nicht in der Bibel erwähnt sind. Dazu gehören unter anderen Paul Schneider, Johann Sebastian Bach, Franz von Assisi, Gregor I., Mauritius als Namenspatron und natürlich Paul Gerhardt.

 

Gekrönt wird jedes Fenster mit symbolhaften Darstellungen wie zum Beispiel Krone, Kelch, Lamm. Einige Fenster enthalten auch Texte aus Liedern Paul Gerhardts.


Gerhard Olbrich (* 28. Oktober 1927 in Berlin; † 13. Juni 2010 in Bremerhaven) war ein deutscher MalerBildhauer und Pädagoge Gerhard Olbrich war der Sohn eines Kaufmanns; seine Mutter verstarb, als er 23 Jahre alt war. Er studierte Kunst und Grafik in Ost-Berlin, u. a. als Schüler des Schweizer Meisters Willy Fries

Er arbeitete in Ostberlin als freischaffender Künstler und war 1952 in BautzenGörlitz und Zittau mit drei Arbeiten, darunter zwei Glasfenstern, auf der Ausstellung „Berliner Künstler“ vertreten.

 

Nach dem Mauerbau 1961 flüchtete er nach Westdeutschland und wohnte seitdem in Bremerhaven. Er arbeitete von 1975 bis 1993 als Lehrer für künstlerisches Zeichnen und Werken am Gymnasium in Langen bei Bremerhaven.

 

Als Künstler beschäftigte er sich mit vielen Themen, Materialien und Techniken der Malerei, Grafik, Kalligrafie, Kupfertreib- und Emaillearbeiten.

 

Er schuf MosaikeReliefsGlasfenster und sakrale Gegenstände, sowie später Skulpturen und Bronzefiguren. Er war Bühnendekorateur, Buchillustrator, Kirchenmaler und Bildhauer aus eigenem Antrieb. Bekannt wurde er mit der Gestaltung von Kirchenfenstern in Meiningen, Berlin, NiemegkMittenwaldeWandlitzWünsdorf und Lörrach sowie mit den Skulpturen in Bremerhaven.

 

Firma Glaserei Franz Lehman gibt es heute nicht mehr.